Kirche St. Sebastianus

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Gläubige feiern heute den Namenstag des Schutzpatrons unserer Kirche Der heutige Sonntag, 20. Januar, ist der Namenstag des Sebastianus. Weil sowohl Pfarrei und Grundschule als auch die Bruderschaft, die Kapelle an der Ortsausfahrt Richtung Sinzig und die Schützengesellschaft den Namen des Heiligen tragen, wird dieser Namenstag in Bad Bodendorf traditionell ganz besonders gefeiert. So trifft sich die St.-Sebastianus-Bruderschaft anlässlich des Namenstages Jahr für Jahr zum Kapitel. Und auch die Gottesdienste in unserer Kirche werden dem Schutzpatron zu Ehren festlich gestaltet. Die Sebastianus-Verehrung in Bad Bodendorf geht auf die Jahre 1666 bis 1672 zurück, wie der damalige Brudermeister Willi Schuld („Schulte Will") in dem 1981 erschienen Festbuch „300 Jahre St. Sebastianus Bruderschaft 1681 e.V." schrieb. 125 der rund 350 Einwohner, die Bodendorf damals zählte, fielen in dieser Zeit der Pest zum Opfer. Aus dem Elend und der Not heraus, die damit verbunden waren, wurde die St. Sebastianus-Bruderschaft gegründet. Aufgaben dieses Zusammenschlusses von Bodendorfer Männern waren die Versorgung der Pestkranken und die Bestattung der Pesttoten. Vermutlicht kümmerte sich die Bruderschaft auch um die Hinterbliebenen von Pesttoten. Als stummen Zeugen dieser Zeit gibt es in der Pfarrkirche heute noch ein Pestkreuz aus dem Jahr 1680. Die Pestbruderschaft hatte sich Sebastian als Patron gewählt, weil er zu dieser Zeit längst als Schutzheiliger gegen die Pest und andere Seuchen galt. Sebastians Fürbitte sprach man nämlich das schnelle Erlöschen der Pest im Jahr 680 in Rom zu. Pest und Cholera gelten längst als besiegt, aber die Bruderschaft lebt weiter. Denn „eine Krankheit greift wie die Pest immer mehr und weiter um sich", schreibt Willi Schuld: „der Materialismus. Diese Massenseuche … bringt zwar keinen todbringenden Virus mit sich, geißelt aber am meisten und nachhaltigsten die Seele des modernen Menschen. Diesem materialistischen Zeitgeist setzt die Bruderschaft bewusst christliche Grundsätze und Werte entgegen." In zahlreichen Regionen Europas wurde Sebastian im Mittelalter als Pest-patron verehrt. Da der Pfeil schon in griechischen und jüdischen Vorstellungen, die als Elemente im Christentum wieder auftauchen, Symbol einer plötzlich kommenden Krankheit war, lag es nahe, den unter Gottes Schutz der Tötung mit Pfeilgeschossen entgangenen Heiligen zum Patron gegen die Pestseuche zu wählen. Zahlreiche Gründungen von Sebastianus-Bruderschaften in Deutschland, aber auch in Frankreich und Italien gehen auf diese Zeit zurück. Sebastian ist aber nicht nur der Schutzpatron der Pestkranken, sondern auch der Sterbenden, der Eisenhändler und Töpfer, der Gärtner, Gerber und Bürstenbinder, der Stadt- und Gemeindepolizisten, der Soldaten, Kriegsinvaliden und Büchsenmacher, der Eisen-, Zinngießer und Steinmetze sowie der Leichenträger und Brunnen. Da passt es gut, dass sich auch viele Schützenbruderschaften nach Sebastianus benennen. Die St. Sebastianus-Schützengesellschaft Bad Bodendorf ist allerdings längst nicht so alt wie die Bruderschaft. Sie hat ihre Wurzeln vielmehr im einstigen Bodendorfer Kriegerverein, der nach dem Krieg 1870/71 gegründet worden war, in der Junggesellen-Bruderschaft, aber auch in der St. Sebstianus-Bruderschaft, wie Walter Haustein in dem oben genannten Festbuch schrieb. Das Festbuch enthält auch einen Beitrag von Hildegard Ameln-Haffke, der Aufschluss über die Legende vom Heiligen Sebastian gibt: Nach der wahrscheinlich erst im 5. Jahrhundert verfassten und bereits zu dieser Zeit mit Legenden durchsetzten Vita des Heiligen stammt Sebastian aus Narbonne. In Mailand wurde er erzogen und um 288 starb er in Rom. Als Offizier der Leibgarde des römischen Kaisers Diokletian (284-305) soll er die Christen vor der Verfolgung des Kaisers beschützt und diejenigen, die zum Mär-tyrertod verurteilt waren, zu Standhaftigkeit ermuntert haben. Auf Befehl des Kaisers wurde Sebastian schließlich als Christ verklagt und – weil er von seinem Glauben nicht lassen wollte – im flavischen Amphitheater von Bogenschützen erschossen. Totgeglaubt ließ man ihn auf dem Richt-platz liegen, wo ihn die Witwe des Märtyrers Castulus barg und erkannte, dass Sebastian noch lebte. Unter ihrer Pflege genas Sebastian. Bei einem zufälligen Zusammentreffen stellte er den Kaiser wegen der Christenverfolgung zur Rede. Daraufhin ließ ihn Diokletian nochmals ergreifen, mit Knüppeln erschlagen und seine Leiche in die Cloaca maxima werfen. Lucina, eine Christin, zog Sebastians Leichnam wieder heraus und ließ ihn an der Via Appia begraben – an einer Stelle, die man ,,ad catacumbas" nannte. Noch heute ist St. Sebastianus in Bodendorf allgegenwärtig:

  • Die von der Bruderschaft erbaute und am 13. Dezember 1953 eingeweihte Kapelle an der Osteinfahrt nach Bad Bodendorf trägt seinen Namen.stsebastianus3.jpg
  • In der Eingangshalle der Grundschule ist ein modernes bleiverglastes Fenster aus dem Jahr 1961 zu sehen, das den Namensgeber der Schule lebensgroß darstellt. Im Hintergrund sieht man die Pfarrkirche und eine Silhouette von Bodendorf.stsebastianus1.jpg
  • Der ehemalige Hochaltar der Pfarrkirche war dem Kirchenpatron geweiht und zeigte Schlüsselszenen aus dem Leben des Heiligen.
  • Auf einem farbigen Kirchenfenster in der heutigen Taufkapelle ist er ebenfalls zu sehen.
  • Seit 1976 besitzt die Kirche eine farbige Holz-Statue von Sebastian, die angeblich aus der Schweiz stammt.stsebastianus2.jpg
  • Die aus dem Jahr 1880 stammende alte Fahne der Bruderschaft und die neue Fahne aus dem Jahr 1959 zeigen Sebastian jeweils auf der Vorderseite.

Auf den Fahnen, auf dem Kirchenfenster und am ehemaligen Hochalter wird Sebstian so gezeigt, wie er meistens zu sehen ist: als Märtyrer, von Pfeilen durchbohrt und meistens bloß mit einem Lendenschurz bekleidet. Die Künstler der Renaissance- und Barockzeit waren nämlich „froh, mit diesem Motiv ihre Fähigkeit im Akt beweisen zu können und einen nackten Menschenleib in vollendeter Schönheit darzustellen", schreibt Hildegard Ameln-Haffke dazu im Festbuch. Bad Bodendorf ist mit seiner Sebastianus-Verehrung keineswegs alleine. St. Sebastianus-Schützengesellschaften gibt es beispielsweise auch in Sinzig, Remagen und Kripp, in Bad Breisig, Heimersheim, Heppingen, Franken und Oberwinter. Und zwischen Mülheim-Kärlich und Koblenz gibt es, ebenfalls am Rhein gelegen, sogar einen ganzen Ort, der den Namen des Heiligen trägt: Sankt Sebastian. Da wundert es nicht, dass Kindergarten, Grundschule und eine Kapelle dort ebenfalls nach dem Pestheiligen benannt wurden. Die bekannteste Sebastianus-Pilgerstätte ist die Basilika San Sebastiano alle Catacombe, eine der sieben Pilgerkirchen Roms. Sie liegt direkt über dem Komplex der Sebastian-Katakomben, dem ehemaligen Grab des Märtyrers auf der Via Appia Antica.

(Text: A. Simons, Fotos: H. Schöf)

    Synagoge Remagen

Miserere – Erinnerung und Mahnung“ – unter diesem Motto steht ein Gedenktag, zu dem die katholische Pfarrgemeinde Bad Bodendorf aus Anlass des Jahrestags der Reichspogromnacht in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 im faschistischen Deutschland in die Pfarrkirche "St. Sebastianus" einlädt. Bereits am Vorabend, Donnerstag, 8. November, 19.30 Uhr werden Texte und Musik von Arvo Pärt geboten. Pärt, 1935 in Estland geboren, gilt als einer der bedeutendsten lebenden Komponisten religiöser Musik. Das Programm am Freitag, 9. November:

  • 9 Uhr: Gebet
  • Vormittag: Stille, Texte, Musik
  • 12 Uhr: die Glocke ruft – „Erinnerung und Mahnung“
  • Nachmittag: Stille, Texte und Musik
  • 16-17 Uhr: Orgelmusik und Texte
  • 19.30 Uhr: Gebet

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    Klaus Neufang

Über Lebensschicksale und Hoffnungen von Flüchtlingen berichtet Klaus Neufang am Montag, 5. November, ab 20 Uhr im Pfarrheim „St. Sebastianus“ (Hauptstraße). Der Eintritt ist frei. Seit der Gründung im Jahr 1996 engagiert sich der in Bad Bodendorf lebende evangelische Pfarrer i.R. als Vorsitzender der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V.. Neufang setzt sich dafür ein, dass die Asylanten während ihres Aufenthaltes in Deutschland in Würde und ohne Angst leben können. Falls es zur Abschiebung kommt, obwohl sämtliche Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, macht er sich dafür stark, dass die Abschiebung human gestaltet und dass den Abgeschobenen eine Perspektive für die persönliche Zukunft eröffnet wird. Die Motivation für dieses Engagement bezieht Neufang aber auch aus der christlichen Einstellung des Mitleidens, nach der jeder Mensch wie ein Bruder oder eine Schwester zu behandeln ist, sowie aus dem christlichen Gebot der Fremdenliebe gegenüber Menschen, die keine Lobby haben. weiter lesen